
Wenn dein Hund plötzlich für ein paar Schritte ein Hinterbein hochzieht und gleich darauf ganz normal weiterläuft, als wäre nichts gewesen, dann hast du vielleicht schon eine Patellaluxation beobachtet. Was wie eine kleine Marotte aussieht, kann tatsächlich ein ernstzunehmendes Knieproblem sein. Je früher du es erkennst, desto besser stehen die Chancen für deinen Hund.
Hast du genau dieses „Hoppel-Verhalten“ bei deinem Hund schon gesehen oder humpelt er ab und zu kurz? Dann bist du hier genau richtig! In diesem Ratgeber erfährst du, was hinter einer Patellaluxation steckt, woran du sie erkennst und welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt.
Wichtig: Dieser Beitrag ersetzt keine tierärztliche Diagnose oder Behandlung. Bei Verdacht auf eine Patellaluxation solltest du immer einen Tierarzt aufsuchen, der das Kniegelenk deines Hundes fachgerecht untersuchen kann.
Was ist eine Patellaluxation beim Hund?
Kurz erklärt: Die Patella ist die Kniescheibe. Sie sitzt bei deinem Hund in einer Rinne am unteren Ende des Oberschenkelknochens und sorgt dafür, dass sich das Knie sauber strecken und beugen kann. Bei einer Patellaluxation springt diese Kniescheibe aus ihrer Führungsrinne heraus.
Das passiert in etwa 75 bis 80 Prozent der Fälle nach innen (mediale Luxation), seltener nach außen (laterale Luxation). Manche Hunde sind nur an einem Bein betroffen, häufig sind aber beide Knie gleichzeitig instabil.
Was sind die Ursachen für Patellaluxation beim Hund?
Die mit Abstand häufigste Ursache ist Genetik. Das heißt: Der Hund kommt mit einer angeborenen Fehlstellung im Knie zur Welt, zum Beispiel mit einer zu flachen Gleitrinne, einer schiefen Beinachse oder zu schwacher Bandführung. Mit der Zeit rutscht die Patella immer leichter heraus.
Seltener entsteht eine Patellaluxation durch einen Unfall, einen Sturz oder einen kräftigen Aufprall. Diese traumatische Form kann grundsätzlich jeden Hund treffen, unabhängig von Rasse und Alter.
Welche Hunderassen sind besonders von Patellaluxation betroffen?
Bei der medialen Form, bei der die Kniescheibe nach innen herausspirngt, sind vor allem kleine Rassen und Zwergrassen betroffen, z.B.
- Chihuahua
- Yorkshire Terrier
- Zwergpudel und Zwergspitz
- Jack Russell Terrier
- Pomeranian
- Pekingese
- Boston Terrier
Die laterale Form (nach außen) tritt häufiger bei größeren Hunden auf. z.B. bei
- Boxer
- Labrador
- Pyrenäenberghund
- Irish Setter oder
- Cocker Spaniel.
Aber auch Mischlinge können betroffen sein. Eine genetische Veranlagung lässt sich beim Welpen oft schon im Alter zwischen vier und sechs Monaten feststellen. Manchmal fällt sie aber auch erst später auf, wenn der Hund aktiver wird oder im Alter an Muskulatur verliert.
Was sind typische Symptome einer Patellaluxation beim Hund?
Das Tückische an dieser Erkrankung: Die Symptome treten oft nur kurz auf und verschwinden wieder.
Viele Hundehalter halten das Verhalten zunächst für eine Marotte. Achte besonders auf diese Anzeichen:
- Dein Hund zieht beim Laufen plötzlich ein Hinterbein hoch und „hoppelt“ für ein paar Schritte
- Er knickt überraschend mit einem Bein weg
- Lahmheit, die mal kommt und wieder geht
- Knack- oder Klickgeräusche im Kniegelenk
- Steifheit nach dem Aufstehen oder nach Ruhephasen
- Bei stärkerer Ausprägung: Der Hund schont das betroffene Bein dauerhaft
Manche Hunde strecken das Bein einmal kurz nach hinten aus, schütteln es und schon ist die Kniescheibe wieder an ihrem Platz. Hunde sind Meister im Kompensieren. Sie zeigen Schmerzen oft erst, wenn sie wirklich groß werden.
Verdacht auf Patellaluxation – Wann sollte man zum Tierarzt?
Schon beim ersten „Hoppeln“ oder gelegentlichen Lahmen ist ein Besuch beim Tierarzt sinnvoll. Patellaluxation ist eine fortschreitende Erkrankung: Je häufiger die Kniescheibe immer wieder herausspringt, desto stärker kann die Bandführung ausleiern – und desto schneller kann der Knorpelverschleiß voranschreiten. Eine frühe Abklärung gibt Klarheit und ermöglicht es, gezielt gegenzusteuern, bevor das Knie dauerhaft Schaden nimmt.
Die vier Grade der Patellaluxation beim Hund
Tierärzte teilen die Patellaluxation in vier Schweregrade ein. Diese Einteilung hilft dabei, die richtige Behandlung zu wählen.
- Grad 1: Die Kniescheibe sitzt normal in der Rinne. Man kann sie zwar manuell herausschieben, sie kehrt aber von selbst wieder zurück. Der Hund zeigt meist keine oder kaum Symptome.
- Grad 2: Die Patella rutscht gelegentlich von selbst heraus, etwa beim Laufen oder Springen. Sie kehrt durch Bewegung oder durch Streckung des Beins in ihre Position zurück. Hier zeigen viele Hunde bereits das typische Hoppeln.
- Grad 3: Die Kniescheibe liegt meistens außerhalb der Rinne, kann aber noch manuell zurückgeschoben werden. Sie luxiert dann jedoch schnell wieder. Der Hund lahmt häufig deutlich.
- Grad 4: Die Patella ist dauerhaft luxiert und lässt sich nicht mehr in die Rinne zurückbringen. Das Knie ist stark fehlgestellt, der Hund läuft oft in gebeugter Haltung oder vermeidet das Auftreten ganz.
Je höher der Grad, desto stärker die Beschwerden – und desto größer das Risiko, dass langfristig Arthrose im Knie entsteht.
Wie wird die Diagnose “Patellaluxation” gestellt?
Der Tierarzt tastet das Kniegelenk deines Hundes sorgfältig ab und prüft, ob und wie weit sich die Kniescheibe aus ihrer Rinne bewegen lässt. Dabei beugt und streckt er das Bein unter leichtem Druck und stellt auch fest, in welche Richtung die Patella verschiebbar ist.
Vor allem dann, wenn eine Operation geplant wird, werden zusätzlich auch Röntgenaufnahmen gemacht um zu bestimmen, wie ausgeprägt die Fehlstellung ist und ob bereits Verschleißerscheinungen am Gelenk sichtbar sind.
Welche Behandlungsmöglichkeiten der Patellaluxation beim Hund gibt es?
Wie die Patellaluxation behandelt wird, hängt vom Grad ab und davon, wie sehr dein Hund im Alltag beeinträchtigt ist.
1. Konservative Behandlung
Bei Grad 1 und manchen Fällen von Grad 2 reicht oft eine konservative Therapie. Sie besteht aus mehreren Bausteinen:
- Physiotherapie: Gezielte Übungen stärken die Muskulatur rund ums Knie und verbessern die Stabilität des Gelenks. Unterwasserlaufband, Balance-Pads oder kontrolliertes Cavaletti-Training sind beliebte Methoden, mit denen sich die Hinterhand gezielt aufbauen lässt.
- Gewichtsmanagement: Jedes Kilo zu viel belastet das Knie zusätzlich. Ein gesundes Idealgewicht ist daher essentiell.
- Angepasste Bewegung: Ruhige Spaziergänge auf festem, ebenem Untergrund sind ideal. Stop-and-go-Spiele, wildes Toben und Sprünge sollten gemieden werden.
- Entzündungshemmer und Schmerzmittel: In akuten Phasen kann der Tierarzt auch Medikamente verschreiben, um die Beschwerden zu lindern.
2. Operation
Ab Grad 3 oder bei deutlichen Beschwerden wird eine Operation empfohlen. Welches Verfahren angewendet wird, hängt vom individuellen Befund ab. Häufig wird die Führungsrinne vertieft, die Bandführung korrigiert oder die Beinachse begradigt.
Nach einer OP folgt eine mehrwöchige Schonzeit mit kontrolliertem Bewegungsaufbau und begleitender Physiotherapie. In den ersten Wochen sind nur kurze Leinengänge erlaubt, danach steigt die Belastung Schritt für Schritt. Wer sich an den Plan hält, gibt seinem Hund die beste Voraussetzung für eine vollständige Erholung. Die Prognose ist in den meisten Fällen gut und gilt umso besser, je früher operiert wird.

Kann man einer Patellaluxation vorbeugen?
Ist die Veranlagung genetisch, lässt sich eine Patellaluxation nicht komplett verhindern. Aber du kannst das Risiko von Folgeproblemen deutlich senken:
- Beim Welpenkauf auf seriöse Züchter achten, die ihre Elterntiere auf Patellaluxation untersuchen lassen.
- Junge Hunde nicht übermäßig belasten: Keine langen Sprünge, kein extremes Toben, keine Treppen in den ersten Monaten.
- Auf eine kontinuierliche, gleichmäßige Muskelentwicklung achten.
- Idealgewicht halten.
Patellaluxation beim Hund – leider ein weit verbreitetes Thema
Wenn dein Hund hoppelt, humpelt oder ein Bein immer wieder kurz hochzieht, solltest du das nicht abtun. Eine Patellaluxation kann die Ursache sein. In vielen Fällen ist eine konservative Therapie mit Bewegung, Muskelaufbau und gutem Gewichtsmanagement ausreichend, um deinem Hund ein beschwerdefreies Leben zu ermöglichen. Bei stärkerer Ausprägung ist eine OP ratsam.
Bei einer Patellaluxation steht die fundierte tierärztliche Behandlung immer an erster Stelle. Ergänzend kannst du mit kleinen Alltagsroutinen viel für das Wohlbefinden deines Hundes tun. Unsere CBD Produkte können sinnvolle Ergänzung im täglichen Begleitprogramm sein und das allgemeine Wohlbefinden deines Tieres unterstützen.
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